Presse
Pressespiegel 16.-31. Juli 2004
Anzahl: 71 Artikel, Stand 07.08.04
31. Juli
Pfleger tötet zehn Kranke
25-Jähriger gesteht die Taten in Sonthofen und nennt als Motiv Mitleid
Kempten - Ein 25-jähriger Krankenpfleger hat im Krankenhaus der Allgäuer Stadt Sonthofen zehn schwerstkranke Patienten mit Injektionen von Beruhigungs- und Narkosemitteln getötet. Nach seiner Festnahme gestand der Mann die Taten und gab als Motiv Mitleid an.
BERLINER MORGENPOST 31.07.04
Der Todesengel - wieder plötzlich und unerwartet
Kommentar Christian Bommarius
Was uns nicht beunruhigt: Mindestens jeder zweite Mord und Totschlag bleibt in Deutschland unentdeckt. Was uns nicht interessiert: Die Ursache des gigantischen Dunkelfelds liegt vor allem in der fehlenden Qualifikation der meisten Ärzte zur Leichenschau. Was uns aber alle Jahre wieder und von Fall zu Fall entsetzt, das ist das Werk eines so genannten Todesengels, dem wegen Serienmord oder verbotener Sterbehilfe schwerstkranker alter Patienten in Krankenhäusern der Prozess gemacht wird.
BERLINER ZEITUNG 31.07.04
30. Juli
Embryonenselektion: Fahndung nach Krebsgenen
Während hierzulande immer noch darum gerungen wird, dass "in einigen wenigen Fällen" - wenn schwere Erbkankheiten drohen - bei der künstlichen Befruchtung ein genetischer Vorabcheck des Embryos durchgeführt werden darf, sind andere Staaten schon längst dabei, die Präimplantationsdiagnostik (PID) als Routinemaßnahme vorzubereiten.
TAZ 30.07.04
Umstellung auf Fallpauschalen wird verlängert
BERLIN (eb). Das Bundeskabinett hat dem Entwurf eines zweiten Änderungsgesetzes zur Einführung der diagnose-orientierten Fallpauschalen (DRG) zugestimmt.
Ärzte Zeitung, 30.07.2004
Ein Jahr bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung
Bundesministerin Renate Schmidt zieht positive Bilanz
"Mit dem neuen Altenpflegegesetz hat der Bund den Weg für eine bessere und attraktivere Ausbildung bereitet. Das Gesetz sichert eine bundeseinheitliche Ausbildung auf hohem Niveau und beschreibt ein modernes Berufsbild der Altenpflege," erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt.
PRESSEMITTEILUNG BMFSFJ 30.07.04
29. Juli
Das Rätsel des menschlichen Geistes
Zum Tode von Francis Crick, dem Pionier der Genforschung
Francis Crick, einer der Mitbegründer der molekularen Genetik, ist in der Nacht zum Donnerstag in Kalifornien an einem Krebsleiden verstorben. 1962 erhielt er für die Aufklärung der Struktur der Erbsubstanz DNA den Medizin-Nobelpreis, gemeinsam mit James Watson und Maurice Wilkins.
ZEIT.de, 29.07.2004
Gentechnik-Pionier Francis Crick ist tot
Von Markus Becker
Der Gentechnik-Pionier Francis Crick, Mitentdecker der DNS-Doppelhelix, ist tot. Wie SPIEGEL ONLINE aus Forscherkreisen erfuhr, erlag der Nobelpreisträger in der Nacht zum Donnerstag einem Krebsleiden. Er wurde 88 Jahre alt.
SPIEGEL ONLINE 29.07.04
Ron Reagan junior wirbt bei Demokraten für Stammzellenforschung
BOSTON. Ron Reagan junior, der Sohn des kürzlich verstorbenen früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, hat sich beim Parteitag der oppositionellen Demokraten für die Forschung an embryonalen Stammzellen eingesetzt.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 29.07.04
Zentralregister für Vollmachten
Datenbank bei Bundesnotarkammer in Berlin eingerichtet
Berlin - Immer mehr Menschen wollen für den Fall einer eigenen Entscheidungsunfähigkeit etwa durch Unfall oder schwere Erkrankung mit einer Vollmacht vorsorgen. Dafür steht nach Auskunft des Bundesjustizministeriums eine Datenbank bei der Bundesnotarkammer in Berlin zur Verfügung.
BERLINER MORGENPOST 29.07.04
Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer
28. Juli
Bundesregierung legt ersten Stammzellbericht vor
Bulmahn und Schmidt: "Stammzellgesetz hat sich bewährt"
Das Stammzellgesetz zur Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen hat sich nach Ansicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn bewährt. Das Verfahren sichere hohe ethische Standards und schaffe sichere Bedingungen für die Forschung, erklärten die Ministerinnen anlässlich der Verabschiedung des ersten Erfahrungsberichts zur Durchführung des Stammzellgesetzes durch das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin.
PRESSEMITTEILUNG BMBF und BMGS 28.07.04
Erste Erfahrungen zeigen: das Stammzellgesetz hat sich bewährt
Die Menschenwürde und das Recht auf Leben schützen und zugleich die Freiheit der Forschung gewährleisten - das ist die Zielsetzung des Stammzellgesetzes, das die Einfuhr embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken unter strengen Auflagen erlaubt. Der nun vorgelegte Erste Stammzellbericht zeigt, dass sich die Regelungen des Gesetzes bewährt haben.
Mitteilung BUNDESREGIERUNG 28.07.2004
Erster Erfahrungsbericht der Bundesregierung über die Durchführung des Stammzellgesetzes
(Erster Stammzellbericht)
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
Bundesministerium für Bildung und Forschung
18 Seiten, Veröffentlicht am 28.07.04 (1,36 MB)
Mit Pfadfinderqualitäten gegen Schlaganfallfolgen
Neue Studie mit transplantieren Stammzellen: Sie überleben, wandern zur Unfallstelle und übernehmen dort die Aufgaben der Verletzten
WISSENSCHAFT.DE 28.07.04
Woher kommt die lähmende Schwermut?
Vier Millionen Deutsche sind depressiv - Forscher suchen nach Ursachen in Gehirn und Genen
von Samiha Shafy
München/Freiburg - Depressionen können jeden treffen: Rund 15 Prozent der Deutschen leiden mindestens ein Mal im Leben an der lähmenden Schwermut, die das tägliche Leben zu einer furchtbaren Belastung macht.
DIE WELT 28.07.04
Ein Herzmedikament nur für Farbige
Erste Medizin für nur eine ethnische Bevölkerungsgruppe - Experten sind vom gutem Ergebnis überrascht
von Sonja Kastilan
Lexington - Wenn eine klinische Studie verfrüht abgebrochen wird, bedeutet das meist nichts Gutes. Dann hat ein Wirkstoff unerwartete Nebenwirkungen, sind Patienten erkrankt oder gar gestorben. Im Fall von BiDil ist das Gegenteil passiert:
DIE WELT 28.07.04
Pflegeforscher prüfen neues Berufsbild
WITTEN (akr). Das Institut für Pflegewissenschaften der Universität Witten/Herdecke untersucht, ob das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Konzept der Familiengesundheitsschwester (Family Health Nurse) in Deutschland umgesetzt werden kann.
Ärzte Zeitung, 28.07.2004
Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems für Krankenhäuser
Das Bundeskabinett hat heute dem Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung der Vorschriften zum diagnose-orientierten Fallpauschalensystem für Krankenhäuser und zur Änderung anderer Vorschriften (Zweites Fallpauschalenänderungsgesetz) zugestimmt.
Dazu erklärt Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung:
"Mit dem Gesetzentwurf gehen wir weitere wichtige Schritte auf dem Weg zur konsequenten, aber auch behutsamen Umstellung auf das neue Fallpauschalensystem.
PRESSEMITTEILUNG BMGS 28.07.04
27. Juli
Lass mich leben, Doktor!
Von Stefan Rehder
In der Auseinandersetzung um die „Tötung auf Verlangen“ machen Befürworter derEuthanasie auch vor der Diffamierung ihrer politischen Gegner nicht mehr Halt.Offenbar wissen sie sich nicht mehr anders zu helfen. Denn die Fakten sind eindeutig.Es genügt der Blick in dieNiederlande, um zu erkennen, wohin sich ein Land bewegt, das die aktive Sterbehilfe legalisiert.
DIE TAGESPOST Nr.408 vom 27.07.2004
Geldanreize für irische Organspender
Mangel an Lebendspenden
DUBLIN (ast). Das irische Gesundheitsministerium erwägt, Organspendern Geld anzubieten. Auf diese Weise soll der Mangel an Spenderorganen in der Republik behoben werden. Doch die große Mehrheit der irischen Ärzteschaft lehnt die Bezahlung von Organspendern aus ethischen Gründen strickt ab.
Ärzte Zeitung, 27.07.2004
Seelische Folgen der Organtransplantation
Schuldgefühle gegenüber dem unbekannten Spender
Von Michael Engel
Die Zahl der Menschen, die nach dem Tode ihre Organe gespendet haben, hat im vergangenen Jahr gegenüber 2002 um 11 Prozent zugenommen. Zusammen mit den Lebendspenden konnten im letzten Jahr mehr als 70.000 Transplantationen durchgeführt werden. Trotzdem stehen immer noch viele Tausend Patienten auf einer Warteliste und gehen am Ende leer aus.
Doch auch jenen Menschen, denen geholfen werden konnte, geraten oftmals in eine seelische Krise.
DEUTSCHLANDFUNK 27.07.04
DRK-Präsidium tritt zurück wegen Pflegeskandal
KIEL (di). Das DRK im Norden steht vor einer Neuordnung: Nach den Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen sollen verschiedene Einrichtungen neue Träger erhalten. Das Präsidium des Verbandes kündigte seinen Rücktritt an.
Ärzte Zeitung, 27.07.2004
26. Juli
Rutschbahn-Effekt ist kein Mythos
KOMMENTAR Von Florian Staeck
Wird die Präimplantationsdiagnostik erst einmal eingeführt, weitet sich die Anwendungspraxis schnell aus - auch auf nicht-medizinische Indikationen wie die Geschlechterauswahl von Embryonen. Das ist keine Behauptung fundamentalistischer Lebensschützer, sondern das Ergebnis einer Sieben-Länder-Studie im Auftrag des Deutschen Bundestages.
Ärzte Zeitung, 26.07.2004
Neue PID-Regeln in Großbritannien - dringend nötig oder zu liberal?
Von Arndt Striegler
Die Entscheidung der britischen Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), die Bestimmungen zur Präimplantationsdiagnostik (PID) zu ändern, ist in Großbritannien auf ein unterschiedliches Echo gestoßen. Viele Forscher und Ärzte äußerten sich positiv, einige Patientengruppen kritisierten die Regelungen als "zu liberal".
Ärzte Zeitung, 26.07.2004
Autismus - neue Hinweise auf Immunstörung
Lake Buena Vista (ddp). Bei Autismus bildet der Körper Antikörper gegen eigenes Hirngewebe. Das haben portugiesische Forscher in einer Studie mit 171 Autisten entdeckt. Auslöser dieser Autoimmunreaktion scheint ein Protein zu sein, dessen Identität und Funktion noch unbekannt ist.
Ärzte Zeitung, 26.07.2004
Intimste Daten auf Taxischein
Oberster Datenschützer drängt jetzt auf Änderung der Beförderungsregeln
Neu-Isenburg (vdb/fst). In die Diskussion um die Regeln zur Verordnung von Krankenbeförderung kommt Bewegung. Nachdem die "Ärzte Zeitung" auf die datenschutzrechtliche Problematik hingewiesen hat, sieht sich jetzt auch der Bundesdatenschutzbeauftragte in der Pflicht. Er werde sich für eine Änderung der Formulare einsetzen.
Ärzte Zeitung, 26.07.2004
25. Juli
Vollständiger Verlust des Ichs
Die Zahl der Alzheimerkranken in Deutschland wird sich bis 2015 verdoppeln. Wissenschaftler hoffen auf Kupfer. Es verhindert die Zersetzung der Nervenzellen
von Ingrid Kupczik
WELT AM SONNTAG 25.07.04
'Pro Familia' muß seine Werbung für Abtreibungen einstellen
Staatsanwaltschaft bestätigt Verstoß der Organisation gegen Strafgesetz
Kassel/Weinheim (kath.net/idea) Die Organisation Pro Familia darf im Internet nicht mehr darauf hinweisen, daß sie in ihren Einrichtungen auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Das ist die Konsequenz einer Initiative des Lebensrechtlers Klaus Günter Annen (Weinheim bei Heidelberg).
KATH.NET 25.07.04
24. Juli
Runder Tisch der Nobelpreisträger
Die Wissenschaftsakademien wollen die deutsche Forschungselite in einem Konvent versammeln - und trotzen damit dem Wissenschaftsrat
Alexander Mäder
BERLINER ZEITUNG 24.07.04
23. Juli
Japan will Vorschriften zum menschlichen Klonen lockern
Tokio (AP) Der oberste Wissenschaftsrat der japanischen Regierung hat am Freitag eine Empfehlung verabschiedet, die ein Klonen menschlicher Embryos für Forschungszwecke in begrenztem Umfang zulässt.
YAHOO NEWS 23.07.04
Klinische Studien: Notwendigkeit der Registrierung aus Sicht der Ethikkommissionen
Victor, Norbert
Meinungsbildner der klinischen Forschung, Forschungsförderer und Arzneimittelbehörden, Herausgeber wissenschaftlicher Journale, fordern die Registrierung klinischer Studien.
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 30 vom 23.07.2004, Seite A-2111
Warum gibt es manche Gene mehrfach?
Amerikanische Wissenschaftler haben im menschlichen Erbgut 76 Bereiche mit Kopien von Genen entdeckt
von Sonja Kastilan
Cold Spring Harbor - Jeder Mensch ist einzigartig. Er trägt das genetische Erbe seiner Eltern und ist zugleich immer auch Kind seiner Umwelt.
DIE WELT 23.07.04
Drei neue Gremien statt einer Nationalakademie
Berlin - Der Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Professor Gerhard Gottschalk, hat gestern in Berlin ein Konzept zur Neuordnung der deutschen Akademienlandschaft vorgestellt.
DIE WELT 23.07.04
Anm.: "Der Nationale Ethikrat wird damit eigentlich überflüssig",
Elektronische Gesundheitskarte: Anforderungen an die medizinischen Daten
Grandt, Daniel; Müller-Oerlinghausen, Bruno
Die Gesundheitskarte soll dazu beitragen, Qualität und Sicherheit der Therapie zu verbessern. Voraussetzung hierfür ist ein Datenkonzept für den optionalen Bereich der Karte.
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 30 vom 23.07.2004, Seite A-2102
Pflegeversicherung: Koalition sucht Kompromiss
Blöß, Timo
Die Grünen wollen klaren Fahrplan für weitere Reformen.
Es herrschte mal wieder Durcheinander in der Regierungskoalition. Diesmal waren die Konsensgespräche zur Reform der Pflegeversicherung Anfang Juli der Auslöser.
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 30 vom 23.07.2004, Seite A-2111
Selektion durch PID kann ohne Verbot nicht gestoppt werden
Zum 'Designer-Baby' darf es nicht kommen.
23. Juli 2004 - Anlässlich der Freigabe von Gentests bei IvF-Embryonen zur Selektion von geeigneten Zellspenden für Geschwisterkinder in Großbritannien erklärt der Beauftragte der CDU/CSU Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Dr. Hermann Kues MdB:
Mit der Entscheidung der britischen Kontrollbehörde bestätigen sich alle Befürchtungen, dass ohne ein klares PID-Verbot die Selektion nicht gestoppt werden kann.
PRESSEMITTEILUNG Dr. Hermann Kues MdB, MdB, CDU 23.07.04
22. Juli
Britische Behörde genehmigt Embryonen-Auswahl
Bei einigen Krankheiten sind Stammzell-Transplantate die einzige Erfolg versprechende Therapie. In Großbritannien dürfen geeignete Spender künftig künstlich gezeugt und ausgewählt werden.
Die britische Human Fertilisation & Embryology Authority (HFEA) hat beschlossen, die Bestimmungen zur Erzeugung und Auswahl von Embryonen für künstliche Befruchtungen zu lockern.
NETZEITUNG.DE 22.07.04
Großbritannien stimmt Lockerung von Embryonenschutz zu
LONDON. Großbritannien hat am 21. Juli einer Lockerung beim Embryonenschutz zugestimmt, um die Heilung von schwer kranken Kindern zu ermöglichen.
DEUSTCHES ÄRZTEBLATT 22.07.04
WHO: Menschen in Europa sterben unnötig qualvoll
Genf/Kopenhagen (dpa) - Viele Menschen in Europa sterben nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unnötig qualvoll.
WEB.DE 22.07.04
Schon als Fet ist man Rechts- oder Linkshänder
LONDON (dpa). Rechts- oder Linkshänder wird man nach einer neuen Studie schon weit vor der Geburt. Zu diesem überraschenden Schluß gelangt ein Wissenschaftlerteam um den Mediziner Peter Hepper von der Universität Queens in Belfast.
Ärzte Zeitung, 22.07.2004
Hersteller müssen Arzneimittelstudien allein finanzieren
KASSEL. Klinische Arzneimittelstudien müssen allein von den Herstellern bezahlt werden. Nach einem am 22. Juli verkündeten Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel müssen und dürfen die Krankenkassen auch anteilig keine Kosten übernehmen.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 22.07.04
Ulla Schmidt: "Das Institut wird das Informationszentrum im Gesundheitswesen" - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gegründet
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ist gegründet. Das gab heute der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bekannt. Der G-BA hat hiermit den gesetzlichen Auftrag erfüllt. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Gesundheitsreform ist umgesetzt.
PRESSEMITTEILUNG BMGS 22.07.04
Eine vollständige Anonymisierung ist nicht möglich
Der Ethikrat betont zwar das Selbstbestimmungsrecht der Spender. Aber die Forschung mit Gewebeproben soll auch ohne Einwilligung erlaubt sein
Von Klaus Peter Görlitzer
Wer Biobanken aufbauen und vermarkten möchte, braucht nicht nur Körperstoffe, persönliche Daten und viel Geld. Notwendig sind auch Regelungen, die solche Sammlungen fördern und langfristig absichern helfen. Eine Vorlage für den Bundestag, die in ein - seit langem angekündigtes - Gentestgesetz einfließen könnte, hat der Nationale Ethikrat im Frühjahr geliefert.
TAZ 22.07.04
informationspflicht - Pauschale Voraberklärung
Kommentar Von Klaus Peter Görlitzer
Der Grundsatz gilt für jede Forschung am Menschen: Wer an einer klinischen Studie teilnimmt, muss wissen können, worauf er sich einlässt. Zwingend ist eine verständliche Aufklärung über Zweck, angestrebte Verwertung und Gesundheitsrisiken.
TAZ 22.07.04
Bei der Krankenfahrt bleibt der Datenschutz auf der Strecke
Ärzte besorgt: Neue Formulare für Krankenbeförderung enthalten Klardiagnose
NEU-ISENBURG (fst). Das seit 1. Juli gültige Formular für die Verordnung einer Krankenbeförderung bringt Ärzte datenschutzrechtlich in die Zwickmühle. Damit die Kasse die Kosten des Transports übernimmt, muß der Arzt in manchen Fällen auf dem Formular auch die Diagnose des Patienten notieren - die kann dann auch der Taxifahrer lesen.
Ärzte Zeitung, 22.07.2004
Anm.: Offenbar kein schlechter Witz! Welche "Experten" sich das wohl ausgedacht haben?
21. Juli
Holland: Abtreibungsschiff muss zu Hause bleiben
Das holländische Parlament beschloss, den Wirkungsradius eines Abtreibungsschiffes auf die eigenen Gewässer zu beschränken, nachdem es Proteste aus Irland und Polen hagelte.
KATH.NET 21.07.04
Neue Ratgeberbroschüre des Bundesgesundheitsministeriums - Ulla Schmidt: „Ein wichtiger Wegweiser zur Gesundheit.“
Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung hat einen „Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung“ veröffentlicht. Der Ratgeber liefert auf 120 Seiten Antworten auf die Fragen der Versicherten, gibt Verhaltenstipps und sorgt für einen besseren Durchblick im Gesundheitssystem.
PRESSEMITTEILUNG BMGS 21.07.04
Elektronische Gesundheitskarte - Allein Patienten entscheiden über Datenverwendung
Zu Aussagen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) über die angebliche Gefahr des Datenmissbrauchs durch die neue elektronische Gesund-heitskarte erklärt das Bundesgesundheitsministerium:
Die Aussagen sind falsch und unbegründet.
PRESSEMITTEILUNG BMGS 21.07.04
Multitransgenes Transplantationsschwein ante portas?
Philipp Grätzel von Grätz
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein Xenotransplantationsprojekt mit Klonschweinen
Aus unserem Hausschwein durch Genmanipulation einen willigen Organspender für den Menschen zu machen, davon träumen spätestens seit Geburt der transgenen Klon-Polly viele Transplantationsmediziner.
TELEPOLIS 21.07.2004
Angeschaltete Nervenzellen im Gehirn leuchten grün
Neue Methode macht einzelne aktive Neuronen sichtbar
PITTSBURGH (ddp). US-Forscher können Nerven im Gehirn von Mäusen live beim Arbeiten beobachten: Durch eine genetische Veränderung beginnen die Nervenzellen dann zu leuchten, wenn sie aktiv werden.
Ärzte Zeitung, 21.07.2004
20. Juli
Christsoziale wollen PID generell verbieten
"Menschen nicht auf ihre Nützlichkeit reduzieren"
MÜNCHEN (sto). Die CSU hat sich gestern in München für ein "eindeutiges und ausdrückliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik" (PID) ausgesprochen. Eine Zulassung der PID könnte die Akzeptanz des Lebens mit Behinderung massiv behindern, erklärte der Vorsitzende der CSU-Grundsatzkommission, Alois Glück, gestern vor der Presse in München.
Ärzte Zeitung, 20.07.2004
PID: Begrenzung unmöglich
Von Stefan Rehder
Nach vorherrschender Rechtsmeinung ist die Präimplatationsdiagnostik (PID) in Deutschland wenn auch nicht explizit, so doch implizit durch das Embryonenschutzgesetz (ESchG) verboten. Sollte das ESchG durch ein in Planung befindliches neues Fortpflanzungsmedizingesetz ersetzt werden, wird darin dann die PID aller Voraussicht nach auch explizit geregelt müssen. Was droht, wenn die PID darin nicht generell verboten wird, macht eine Ende vergangener Woche veröffentlichte umfangreiche Studie mit erschreckender Klarheit deutlich.
DIE TAGESPOST Nr.408 vom 20.07.2004
Ist die Bioethik-Wende noch zu stoppen?
Österreich: Scharfe Kritik der Bischöfe an Kurswechsel der Regierung – Gemeinsame Erklärung: PID und Klonen nicht zulassen
Würzburg (Re) Die Bischöfe Österreichs haben Bestrebungen, die Präimplantationsdiagnostik (PID) und das Klonen zu legalisieren, eine scharfe Absage erteilt.
DIE TAGESPOST Nr.408 vom 20.07.2004
Stammzellen: Körpereigene Reparatur nach Herzinfarkt
RUB-Mediziner testen im Bergmannsheil neue Therapie
Randomisierte Studie startet
Ob Stammzellen aus dem Knochenmark nach einem Herzinfarkt als körpereigene Reparaturtruppe eingesetzt werden können, soll eine randomisierte Studie zeigen, an der die Klinik für Kardiologie der BG-Kliniken Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mügge) beteiligt ist. Die Spezialisten hoffen, mit Hilfe der Stammzellen eine ausgeprägte Herzschwäche verhindern zu können, die häufig als Spätfolge schwerer Herzinfarkte auftritt. Am 2. Juli 2004 wurde der erste Patient im Bergmannsheil mit der neuen Methode behandelt. Erste Ergebnisse der Studie, die von der Universität Frankfurt koordiniert wird, erwarten die Forscher in ca. vier Monaten.
PRESSEMITTEILUNG Ruhr-Universität Bochum 20.07.04
Gentests können klären, welche Krebstherapie nutzt
Genchip für Leukämiepatienten wird in Studien benutzt / Mutationen sind Ausgangspunkt für spezifische Therapien
HEIDELBERG (nsi). Weltweit wird intensiv an Gentests für die Anwendung in der Onkologie geforscht. Denn mit solchen Tests könnte herausgefunden werden, welche Krebspatienten von einer intensiven Therapie profitieren und welche nicht.
Ärzte Zeitung, 20.07.2004
Plötzlicher Kindstod mit genetischen Ursachen
Erklärung für ungeklärte Todesfälle gefunden
Phoenix - Wissenschaftler des Translational Genomics Research Institute haben eine genetische Erkrankung entdeckt, die mit Fällen von plötzlichem Kindstod in Zusammenhang zu stehen scheint.
PRESSETEXT.AUSTRIA 20.07.04
Sicherheitsstandards für Bluttransfusionen dem EU-Recht anpassen
Gesundheit und Soziale Sicherung/Gesetzentwurf
Berlin: (hib/RAB) Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Blut und Blutbestandteile sollen dem EU-Recht angepasst werden. Zu diesem Zwecke will die Bundesregierung das Transfusionsgesetz und arzneimittelrechtliche Vorschriften mit einem Gesetzentwurf (15/3593) ändern.
HIB 188/2004 20.07.2004
Euthanasie: "Humanistischer Verband" agitiert wider besseres Wissen für Sterbehilfe
Schmähkritik an Enquete-Kommission fällt auf HVD selbst zurück
Zu den jüngsten Angriffen des "Humanistischen Verbands Deutschlands" (HVD) auf die Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" und auf seine Person erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Der "Humanistische Verband Deutschlands" (HVD) versteigt sich im Zusammenhang mit der ausufernden niederländischen Euthanasiepraxis in dem von ihm verbreiteten "Patientenverfügung Newsletter" zu der Behauptung, es sei "das Demokatie- und Politikverständnis von Mitgliedern der Enquetekommission 'Ethik und Recht der modernen Medizin' wie z. B. Hubert Hüppe (MdB/CDU) in Frage zu stellen"
PRESSEMITTEILUNG Hubert Hüppe, MdB CDU, 20.07.04
19. Juli
CSU fordert eindeutiges Verbot der Präimplantations-Diagnostik
MÜNCHEN. Der CSU-Parteivorstand fordert ein eindeutiges Verbot der Präimplantations-Diagnostik (PID).
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 19.07.04
CSU für totales PID-Verbot
Partei will heute neues Papier zur Präimplantationsdiagnostik vorlegen
von Guido Heinen
Berlin/München - Die CSU wird sich offenbar für ein "eindeutiges und ausdrückliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik" (PID) aussprechen. Eine entsprechende Beschlussvorlage liegt dem Parteivorstand für die heutige Sitzung vor.
DIE WELT 19.07.04
Verbot der PID - ein Schritt zurück!
BERLIN. Zur Forderung des CSU-Parteivorstandes nach einem Verbot der Präimplantationsdiagnostik erklärt der Gesundheitsexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Detlef Parr: Es ist unverständlich, dass sich die CSU so klar für ein völliges Verbot der Präimplantationsdiagnostik ausspricht. Mit der Keule 'Dammbruch' wird unsensibel geschwungen, ohne die Realitäten anzuerkennen.
PRESSEMITTEILUNG Detlef Parr, MdB FDP 19.07.04
Österreich: Bioethikkommission für beschränkte PID-Zulassung
Im Reagenzglas gezeugte Embryonen können genetisch untersucht werden, noch bevor sie in die Gebärmutter einer Frau eingepflanzt werden. Die Bioethik-Kommission des Bundeskanzlers hat in den vergangenen Monaten darüber beraten, ob diese so genannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ethisch vertretbar ist.
ORF ON Science 19.07.04
Der Gedanke des Tötens
Das holländische Euthanasiegesetz wird von vielen Ärzten missbraucht. Sie erlösen auch Patienten, die gar nicht erlöst werden wollen. Der Staat lässt sie gewähren.
DER SPIEGEL 30/2004 19. Juli 2004
Anm.: Achtung, mittlerweile kostenpflichtiger Artikel!
Raum für einen würdigen Abschied von einem Gestorbenen
Auf Intensivstationen des neuen Universitätsklinikums Heidelberg sind erstmals "Abschiedsräume" eingerichtet worden
Ärzte Zeitung, 19.07.2004
"Wir dürfen die Wurzeln der Genomforschung in Deutschland nicht abschneiden"
Das Deutsche Human-Genomprojekt (DHGP) ist im Juni 2004 nach knapp neun Jahren zu Ende gegangen. Beim DHGP-Nachfolger NGFN, dem Nationalen Genomforschungsnetz, soll der Fokus jetzt auf der Entwicklung medizinischer Anwendungen liegen. Dr. Helmut Blöcker von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung begrüßt dies einerseits. Andererseits sieht er aber auch die Gefahr, daß Deutschland den Anschluß an die internationale Genomforschung wieder verliert, wenn die Grundlagenforschung vernachlässigt wird, wie er im Gespräch mit Philipp Grätzel von Grätz von der "Ärzte Zeitung" gesagt hat. Blöcker war Mitglied im wissenschaftlichen Koordinierungskomitee des DHGP.
Ärzte Zeitung, 19.07.2004
Länder müssen Beratungsstellen finanziell fördern
LEIPZIG (mwo). Schwangerschaftsberatungsstellen haben auch dann Anspruch auf Landesförderung, wenn sie keinen Beratungsschein ausstellen. Denn auch eine solche Beratung gehört zu einem weltanschaulich vielfältigen Angebot, wie es das Schwangerschaftskonfliktgesetz fordere. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig jetzt entschieden.
Ärzte Zeitung, 19.07.2004
18. Juli
Designer-Babys in Großbritannien
London - Die britische Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie erwägt offenbar, die Schaffung so genannter Designer-Babys zu erleichtern.
BERLINER MORGENPOST 18.07.04
17. Juli
„Die anonyme Geburt ist in keinem Fall hilfreich“
Auch heute gibt es schon viele Möglichkeiten, Frauen umfassend zu unterstützen – Keine Belege, dass die Tötung von Kindern verhindert wird
Anke Rohde ist Psychiaterin und Psychotherapeutin. Die Professorin leitet die Abteilung für gynäkologische Psychosomatik an der Universitätsfrauenklinik in Bonn. Martina Fietz sprach mit ihr über psychologische Hintergründe der ano-nymen Geburt.
DIE TAGESPOST Nr.408 vom 17.07.2004
16. Juli
Dabei bis zum Schluss
Wer einen Selbstmörder in der letzten Stunde begleitet, sei es als Arzt oder Angehöriger, macht sich strafbar. Jetzt fordern Juristen und Politiker, die Begleitung eines Suizids solle legalisiert werden
Von Christian Rath
TAZ 16.07.04
Vor Gentests sollten Betroffene beraten werden
Genetiker fordert gesetzliche Regelungen für prädiktive Gentests / Patienten können oft Folgen nicht abschätzen
HEIDELBERG (nsi). Die Anwendung von prädiktiven genetischen Tests bedarf dringend einer gesetzlichen Regelung. Vor Gentests sei etwa eine kompetente Beratung der Betroffenen wichtig. Das sei nicht gewährleistet, wenn etwa Tests über das Internet vertrieben würden.
Ärzte Zeitung, 16.07.2004
Klinische Studien: Notwendigkeit der Registrierung aus Sicht der Ethikkommissionen
KÖLN. Eine umfassende Registrierung klinischer Studien könnte den „publication bias“, das selektive Publizieren durch Bevorzugen von positiven und Zurückhalten von negativen Ergebnissen vermindern und damit den Erkenntnisprozess und den Weg zu optimalen Behandlungsempfehlungen beschleunigen, so Norbert Victor, Heidelberg, in Heft 30 des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl 2004; 101: 2111-2116).
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 16.07.04
Gericht: Förderung auch für katholische Schwangerschaftsberatung
Pro-Life-Erfolg in Niedersachsen: Zukünftig haben auch katholische Einrichtungen, die keinen "Abtreibungs-Schein" ausstellen, einen Anspruch auf öffentliche Förderung
KATH.NET 16.07.04
Menschliche und nichtmenschliche Tiere
Peter Singer im Interview mit Jens Hauser
Zu den Sympathisanten der australischen Bio-Künstler des "Tissue Culture & Art Project" gehört auch der umstrittene Philosoph Peter Singer, der heute Professor für Bioethik an der Universität Princeton/USA ist.
ZDF Aspekte 16.07.04
Krebsmaus - Geschichte mit Maus und Mensch
Anm: Umfangreiche Materialsammlung zur Geschichte und Hintergründe zum umstrittenen "Krebsmauspatent"
Herausgeber: Initiative „Kein Patent auf Leben!“
40 Seiten, Juni 2004 (4,6 MB!)
Weiter zu Artikel vom 01.-15. Juli 2004
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