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Presse

Pressespiegel 01.-15. Juni 2005

Anzahl: 144 Artikel, Stand 19.06.05

15. Juni

Applaus nur noch „unter der Bettdecke“?
Die Union kritisiert den Kanzler heftig für seine Gentechnik-Offensive – und die Befürworter schweigen
Von Cordula Eubel und Rainer Woratschka
TAGESSPIEGEL 15.06.05

Forscher Kanzler
Kommentar von Tissy Bruns
Gerhard Schröder ist ein guter Sozialdemokrat: Er hat immer zu denen gehört, die einem Fortschrittsbegriff anhängen, der die Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik grundsätzlich nutzen will. Diesen Standpunkt hat er auch bei der Stammzellforschung vertreten; offensiv durchgefochten hat er ihn allerdings nie.
TAGESSPIEGEL 15.06.05

Schröder sucht den Fortschritt
Der Kanzler will die Stammzellen- forschung in Deutschland liberalisieren. Union, Grüne und Kirchen protestieren. Die Wissenschaft hofft dagegen auf die Chance, international Schritt halten zu können
von Claudia Ehrenstein
DIE WELT 15.06.05

Grüne: Kanzler Schröders Vorstoß bei Stammzellen spaltet die SPD
Die Grünen haben Kanzler Schröder vorgeworfen, mit seinem Plädoyer für eine Wende in der Biopolitik für Streit in der SPD zu sorgen. Forschungsministerin Bulmahn spricht dagegen von einer Pflicht zur Forschung.
NETZEITUNG.DE 15.06.05

"Mehr Freiheit"
Der frühere Max-Planck-Chef Hubert Markl über rot-grüne Denkblockaden
von Inga Michler;Sonja Kastilan
DIE WELT 15.06.05

"Wir müssen unsere Potentiale stärker nutzen"
Interview mit Professor Hubert Markl zum Standort Deutschlands in einem europäischen Forschungsraum
von Inga Michler und Sonja KAstilan
Berlin - Bundeskanzler Gerhard Schröder spricht sich für eine Liberalisierung der deutschen Stammzellenforschung aus. Gerade für Kooperationen im europäischen Forschungsraum seien allgemein gültige Regeln wichtig, sagt dazu Professor Hubert Markl (siehe Seite 3). Er setzt auf die Excellenz-Initiative und sieht große Potentiale für den Forschungsstandort Deutschland. Mit Hubert Markl sprachen Inga Michler und Sonja Kastilan.
DIE WELT 15.06.05

Deutschland ist nicht abgekoppelt
Bundeskanzler Dr. h.c. Gerhard Schröder hat gestern in Göttingen gefordert, Deutschland dürfe in der Gentechnik den Anschluss nicht verpassen und könne sich der Tendenz zu einer Liberalisierung der Forschung mit embryonalen Stammzellen auf Dauer nicht entziehen. Das Kolpingwerk Deutschland bestreitet einen tatsächlichen Hintergrund für diese Forderung:
PRESSEMITTEILUNG Kolpingwerk 15.06.05

Hoppe warnt vor falschen Hoffnungen in der Stammzellforschung
BERLIN. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat in der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angestoßenen Debatte zur Stammzellforschung vor falschen Hoffnungen gewarnt.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 15.06.05

Braucht die Stammzellenforschung mehr Spielraum?
Interview mit Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn
Bundeskanzler Schröder möchte es deutschen Forschern erleichtern, mit embryonalen Stammzellen zu forschen. Man dürfe sich den Chancen der Gentechnik nicht verschließen, sagt er. Er zielt darauf ab, das Stammzellengesetz zu lockern - Das heißt, die Forscher dürfen bisher nur an bereits bestehenden embryonalen Stammzellenlinien forschen, die vor dem Stichtag 1. Januar 2002 entstanden sind. Und die müssen importiert werden. Fragen dazu an Edelgard Bulmahn von der SPD, sie ist die Bundesforschungsministerin.
NDR-Info 15.06.2005

Klonen: Was reitet bloß den Kanzler?
Kommentar Von Angela Grosse
Was hat den Kanzler bloß geritten? Weshalb fordert er, wenige Wochen vor der von ihm angestrebten Neuwahl, die Gesetze für die embryonale Stammzellforschung in Deutschland zu lockern, den Weg zum Klonen zu öffnen? Ein sinnloses Unterfangen, denn Taten werden diesen Worten nicht mehr folgen.
HAMBURGER ABENDBLATT 15.06.05

Forschung keine ethikfreie Zone
Menschenrechte haben Vorrang vor Forschungs- und Verwertungsinteressen
Zu den Forderungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einer Lockerung der Gesetze zur Forschung mit embryonalen Stammzellen erklärt Christa Nickels, bündnisgrüne Obfrau in der Enquete-Kommission Ethik und Recht der modernen Medizin:
Es ist Aufgabe der Wissenschaft zu forschen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Forschungsfreiheit findet ihre Grenzen an den Menschenrechten. Die Degradierung des menschlichen Körpers zur Ware und seine Vernutzung sind eine solche Grenze.
PRESSEMITTEILUNG Christa Nickels, MdB, Bündnis90/Die Grünen, 15.06.05

CSU-Politiker gegen ethische Grenzen der Forschung
Zu den Aussagen des bayerischen Wissenschaftsministers Goppel (CSU) im heutigen Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Forschung und Technologie:
Im heutigen Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages stellte der bayerische Wissenschaftsminister Goppel fundamentale ethische Prinzipien in Frage. Staatsminister Goppel bestritt, dass die Politik der Forschung Grenzen setzen dürfe.
PRESSEMITTEILUNG Hans-Josef Fell, MdB, Bündnis90/Die Grünen, 15.06.05

ödp fordert Stoiber auf, die Initiative zu ergreifen:
„Der Embryonenschutz muss ins Grundgesetz!!“
Der bayerische ödp-Vorsitzende Bernhard Suttner fordert von Ministerpräsident Stoiber eine Bundesratsinitiative zur ausdrücklichen Verankerung des Embryonenschutzes im Grundgesetz: „Es genügt nicht, die dreisten Vorstöße von Kanzler Schröder zur Aufweichung des Embryonenschutzes in Deutschland empört zurückzuweisen. Die Staatsregierung sollte jetzt die Initiative für eine Verdeutlichung des Grundgesetzes ergreifen, damit endlich klar wird, dass die Menschenwürde von Anfang an gilt.“
PRESSEMITTEILUNG ödp Bayern 15.06.05

Weder frei verfügbare Forschungsobjekte noch Profitklone
Zur Forderung des Bundeskanzlers, die Forschung an embryonalen Stammzellen zu erleichtern und ihre gewinnorientierte Vermarktung zu ermöglichen, erklärt Bundesgeschäftsführer Rolf Kutzmutz:
Am Montag (13.6.) ruft Kanzler Schröder - wahlkampfwirksam - die Stärkung des Sozialstaats aus. Niemand glaubt ihm, weil seine Taten in die andere Richtung führen. Am Dienstag (14.6.) verspricht er Wissenschaftlern und der Pharmaindustrie die Lockerung (oder Abschaffung) des Embryonenschutzgesetzes. Und verbrämt das - ebenfalls wahlkampfwirksam - mit der Sorge um die Gesundheit vieler Menschen. So wird per 'ordre de mufti' oder neudeutsch 'Machtwort' die gesamte bioethische Diskussion für beendet erklärt. Jetzt soll 'gemacht' werden.
PRESSEMITTEILUNG PDS 15.06.2005

Flach: FDP-Gesetzesantrag könnte Bulmahns Wunsch erfüllen
BERLIN. Zur Aussage von Forschungsministerin Edelgard Bulmahn, sie wolle weitere Stammzelllinien für die Forschung zulassen, erklärt die forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike FLACH:
Bundesministerin Edelgard Bulmahn könnte sich ihren Wunsch erfüllen, wenn sie dem FDP-Gesetzesentwurf zur Änderung des Stammzellimportgesetzes zustimmt.
PRESSEMITTEILUNG Ulrike Flach, MdB, FDP 15.06.2005

Italiens Kirche freut sich über ihren Sieg
Das gescheiterte Referendum über die künstliche Befruchtung löst Debatte aus - Abtreibungsgesetz ist nicht betroffen
von Paul Badde
DIE WELT 15.06.05

Forscher züchten funktionstüchtige Gehirnzellen im Labor
Methode als neue Waffe im Kampf gegen Parkinson
Gainesville, Florida - US-amerikanische Forscher haben erstmals unter kontrollierten Bedingungen mit einem neuen Verfahren adulte Gehirnzellen im Labor dupliziert.
PRESSETEXT.AUSTRIA 15.06.06

Paneuropa-Union kritisiert therapeutisches Klonen
Alternativen zu embryonalen Stammzellen gefordert
KÖLN (ske). Die Paneuropa-Union, nach eigenen Angaben die älteste europäische Einigungsbewegung in Deutschland, spricht sich für klare Grenzen bei der embryonalen Stammzellenforschung aus.
Ärzte Zeitung, 15.06.2005

Mögliche Alternative zum Therapeutischen Klonen
Forscher berichten über neue Verfahren zur Herstellung von Stammzelllinien
Von Grit Kienzlen
Medizin. - Als koreanische Forscher vor drei Wochen ihre Erfolge beim Klonen menschlicher Embryonen veröffentlichten, entstand der Eindruck, so sehe die Medizin der Zukunft aus. Dass es auch ohne Klonen gehen könnte, zeigen noch unveröffentlichte Forschungen aus den USA und Australien.
DEUTSCHLANDFUNK 15.06.05

Gesundheitsausschuss fordert Verbot des Handels mit menschlichen Eizellen
AG der Enquete-Kommission 'Ethik und Recht der modernen Medizin'
15. Juni 2005 - Anlaesslich der Verabschiedung eines Entschliessungsantrags gegen den Handel mit weiblichen Eizellen durch den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages erklaert der Sprecher der AG Ethik und Recht der modernen Medizin der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wolfgang Wodarg:
Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung einen Entschliessungsantrag verabschiedet, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, sich bei der Europaeischen Union fuer ein grundsaetzliches Verbot des Handels mit menschlichen Eizellen einzusetzen.
PRESSEMITTEILUNG Dr. Wolfgang Wodarg, MdB, SPD 15.06.05

Bürokratie abbauen - Pflege fördern
Staatssekretär Peter Ruhenstroth-Bauer stellt anlässlich des Pflegekongresses 2005 Zwischenergebnisse zu Entbürokratisierungspotenzialen in der Altenpflege vor
Angesichts der demografischen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland ist aus Sicht des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Sicherung der Qualität der ambulanten sowie stationären Pflege von zentraler Bedeutung.
PRESSEMITTEILUNG BMFSFJ 15.06.05

Etwa 40 000 Pflegekräfte fehlen in Einrichtungen der Altenhilfe
Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung müssen geschaffen werden / Top-Thema bei Pflegkongreß: Die Behandlung chronischer Wunden
Ärzte Zeitung, 15.06.2005

Familien von Aphasikern gründen Netzwerk
WÜRZBURG (ras). Gefangen im eigenen Körper, Probleme beim Sprechen, Verlust der Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Jährlich erkranken bundesweit rund 3000 Kinder an Aphasie.
Um diesen Betroffenen künftig besser helfen zu können, ist in Würzburg das erste bundesweite Netzwerk für Familien gegründet worden.
Ärzte Zeitung, 15.06.2005 Berliner Zeitung 23.07.05
 


14. Juni

Bundeskanzler Schröder: Deutschland darf in der Gentechnik nicht den Anschluss verpassen
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich an der Universität Göttingen für mehr Offenheit bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen eingesetzt. In der Forschung könne es keine "letztlich ewigen oder endgültigen Antworten geben". Er forderte Antworten auf neue Fragen, damit Deutschland von der Entwicklung nicht abgehängt wird.
Mitteilung BUNDESREGIERUNG 14.06.2005

Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen, am Dienstag, 14. Juni 2005, in Göttingen

Stammzellen-Debatte: Schröder fordert Forschung ohne Fesseln
Von Markus Becker
Bundeskanzler Gerhard Schröder setzt sich vehement für eine Lockerung der Gesetze zur Stammzellenforschung ein. In einem Redemanuskript, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, fordert Schröder eine "Kultur der Freiheit" in der Wissenschaft - und verurteilt Pauschalkritik an Forschern als "anmaßend".
SPIEGEL ONLINE - 14.06.05

Stammzellen-Gesetze: Grüne üben schrille Kritik an Schröder-Vorstoß
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat mit seinem Vorstoß, die Gesetze zur Stammzellenforschung zu lockern, teils heftige Reaktionen bei den Grünen ausgelöst. Sogar von "Kannibalismus" an Embryos war die Rede. Unterstützung erfährt der Kanzler ausgerechnet von der FDP.
SPIEGEL ONLINE 14.06.05

Schröder für Liberalisierung der Stammzellforschung
Göttingen/Berlin. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich für eine Lockerung der strengen deutschen Regelungen in der Stammzellforschung ausgesprochen.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 14.06.05

"Der Chance eine Chance geben"
Bundeskanzler Schröder will bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen weniger Einschränkungen. Die Grünen lehnen seinen Vorstoß ab
ZEIT.de, 14.06.2005

Dr. Schröder
Der Bundeskanzler hat die Stammzellendebatte wieder angestoßen. Wohin die CDU in dieser Frage tendiert, weiß niemand so recht
Von Gero von Randow
Gerhard Schröder, der Taktiker, besitzt sehr wohl Überzeugungen, und wenn ihm auch nicht mehr viel Zeit und Gelegenheit gegeben sein mag, sie als Kanzler in Politik umzumünzen, so lässt er doch geeignete Anlässe nicht aus, sie auszusprechen.
ZEIT.de, 14.6.2005

Aufregung über Schröders Stammzellenvorstoß
Grüne gegen Kurswechsel - Enquete-Kommission: Situation unverändert
ZDFheute.de 14.06.05

Plädoyer für mehr Freiheiten in der Stammzellenforschung
Schröder und Clement warnen, daß Deutschland sich von der internationalen Forschung abkoppeln könnte. Volker Beck spricht von „Kannibalismus“
DIE WELT 14.06.05

Nur ein biopolitisches Ablenkungsmanöver Schröders - Keine Mehrheit für die Zulassung der verbrauchenden Embryonenforschung
Zur heutigen Rede des Bundeskanzlers in Göttingen erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Maria Böhmer MdB:
Die Forderung des Bundeskanzlers, das Stammzellgesetz von 2002 aufzuweichen und verbrauchende Embryonenforschung in Deutschland zuzulassen, ist ein biopolitisches Ablenkungsmanöver, das von den Versäumnissen der rot-grünen Bundesregierung gerade im Bereich der Gentechnologie ablenken soll.
PRESSEMITTEILUNG Prof. Dr. Maria Böhmer MdB CDU 14.06.05

Schröders Plädoyer für mehr Embryonenforschung nicht hilfreich
Anlässlich der heutigen Forderungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder, den Embryonenschutz zugunsten der Forschungsfreiheit zu lockern, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertetende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" Hubert Hüppe:
Was Schröder im Klartext fordert, ist die Verzweckung menschlichen Lebens zur Forschung.
PRESSEMITTEILUNG Hubert Hüppe, MdB, CDU 14.06.05

Kein Richtungswechsel in der Bioethik
Anlässlich der Aussagen des Bundeskanzlers zur bioethischen Debatte, erklären die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und Reinhard Loske, Leiter der AG Gentechnik und stellvertretender Fraktionsvorsitzender:
Die moderne Biomedizin hat große Potenziale, wir sehen aber auch klare Grenzen. Menschenwürde und Menschenrechte haben Vorrang vor Forschungs- und Verwertungsinteressen Dritter.
PRESSEMITTEILUNG Katrin Göring-Eckardt und Reinhard Loske, MdB, Bündnis90/Die Grünen, 14.06.05

Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer, zu den forschungspolitischen Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder
Mit Entschiedenheit weist die Deutsche Bischofskonferenz die forschungspolitischen Äußerungen im Blick auf die embryonale Stammzellforschung von Bundeskanzler Gerhard Schröder anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Göttingen zurück.
PRESSEMITTEILUNG Sekreteriat Deutsche Bischofskonferenz DBK 14.06.05

Marburger Bund warnt Bundesregierung vor fataler Kehrtwende in der Biomedizin
Zu Äußerungen des Bundeskanzlers zur Gentechnik
Köln – Anlässlich der heutigen biopolitischen Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Universität Göttingen warnt der Ärzteverband Marburger Bund (MB) vor einem fatalen Wechsel in der Gentechnikpolitik. „Die wirtschaftliche Ausbeutung menschlichen Lebens ist in Deutschland sittenwidrig und muss es auch bleiben“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery.
PRESSEMITTEILUNG Marburger Bund 14.06.05

Müller: Keine schrankenlose Stammzellenforschung
Gegen eine schrankenlose Stammzellenforschung sprach sich heute Bayerns Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller in Brüssel aus. "Es kann nicht sein, dass über europäische Forschungsförderung mit deutschen Steuergeldern Forschungsvorhaben und Projekte gefördert werden, die in Deutschland nach dem Gesetz verboten sind. Wir brauchen klare Spielregeln für die EU-Förderung". Diese müssen innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms festgelegt werden.
PRESSEMITTEILUNG Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 14.06.05

Referendum zu künstlicher Befruchtung in Italien gescheitert
Nach Boykottaufruf der katholischen Kirche verfehlt die Volksabstimmung die erforderliche Mindestquote
von Paul Badde
DIE WELT 14.05.06

Die abgetriebene Debatte
Das italienische Referendum zur künstlichen Befruchtung ist gescheitert - am Quorum
Oliver Meiler
Der Eindruck kann täuschen. Doch schien es am Montag in den Gassen Roms, als trügen viele katholische Geistliche neben den Zeitungen unter dem Arm auch ein Lächeln im Gesicht. Ein triumphierendes.
BERLINER ZEITUNG 14.06.05

Mit Schweinezellen gegen den Diabetes
Lange Zeit kritisierter Forscher aus Mexiko belegt: Patienten nehmen keinen Schaden durch Fremdgewebe
von Gisela Sonnenburg
DIE WELT 14.06.06

Kauch: Sterbehilfe-Kongress der FDP brachte neue Erkenntnisse
Zum gestrigen Kongress "Zwischen Selbstbestimmung und Lebensschutz", den die FDP-Bundestagsfraktion zum Themenkomplex Sterbehilfe durchgeführt hat, erklärte der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", MICHAEL KAUCH:
Der gestrige Sterbehilfe-Kongress hat eine Reihe wichtiger Erkenntnisse erbracht, die nun innerhalb der FDP-Bundestagsfraktion ausgewertet werden sollen.
PRESSEMITTEILUNG Michael Kauch, MdB, FDP 14.06.2005

Die Verteidigung des Menschen
Ein menschlicher Embryo ist nicht nur „vegetatives Gewebe“. Wer das sagt, verteidigt nicht katholische Teilinteressen, sondern den Menschen. Paul Badde über das italienische Bioethik-Gesetz.
KATH.NET 14.06.05

Ulla Schmidt: Gute Arzneimittelversorgung geht auch preiswerter
Heute stellen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, der Arzneimittelexperte Prof. Dr. Gerd Glaeske und der Vorstandsvorsitzende der Gmünder Ersatzkasse (GEK), Dieter Hebel, den „GEK-Arzneimittel-Report 2005“ vor. Dazu erklärt die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, Ulla Schmidt:
„Dieser Arzneimittelreport zeigt erneut, dass die Ausgaben für Arzneimittel weit über dem liegen, was eine rationale Arzneimitteltherapie in der gesetzlichen Krankenversicherung kosten müsste.
PRESEMITTEILUNG BMGS 14.06.05

Niederländischer Senat stimmt umstrittener Gesundheitsreform zu
DEN HAAG. In den Niederlanden hat nach dem Unterhaus auch der Senat der umstrittenen Reform des Gesundheitssystems zugestimmt und damit den Weg für eine neue Grundversicherung freigemacht.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 14.06.05
 


13. Juni

Italien: Referendum zur Bioethik gescheitert
Die katholische Kirche hatte zum Boykott aufgerufen, in der Bevölkerung gab es kontroverse Debatten: Jetzt ist in Italien ein Referendum gescheitert, mit dem die Gesetzgebung zur künstlichen Befruchtung liberalisiert werden sollte - wegen zu geringer Beteiligung.
SPIEGEL ONLINE 13.06.05

Referendum über künstliche Befruchtung in Italien klar gescheitert
ROM. Nach hitzigen Debatten im Land und Boykott-Aufrufen der katholischen Kirche ist das italienische Referndum über die Gesetzgebung zur künstlichen Befruchtung gescheitert.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 13.06.05

Zweite Runde des Bioethik-Referendums in Italien begonnen - Geringe Wahlbeteiligung
ROM. In Italien hat die zweite Runde des Volksentscheids über die Lockerung der Gesetzgebung zur künstlichen Befruchtung begonnen.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 13.06.05

Italienische Ablehnung der Embryonenforschung ist ein gutes Zeichen
Zu dem heute gescheiterten italienischen Referendum erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertetende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" Hubert Hüppe:
Es ist ein gutes Zeichen, dass die Italiener sich der verbrauchenden Forschung an menschlichen Embryonen verweigert haben.
PRESSEMITTEILUNG Hubert Hüppe, MdB, CDU 13.06.05

Erstes stationäres Hospiz in Frankfurt gegründet
FRANKFURT/MAIN (eb). Das erste stationäre Frankfurter Hospiz für Schwerstkranke und Sterbende wurde am St. Katharinen-Krankenhaus im Stadtteil Bornheim eingerichtet. Für die medizinische Versorgung sind Hausärzte und ambulante Ärzte zuständig.
Ärzte Zeitung, 13.06.2005

Ersatzorgane aus Tieren - noch gibt es viele Hürden
BERLIN (dpa). Spenderorgane sind Mangelware. Mehr als 10 000 Menschen warten derzeit allein in Deutschland auf eine Transplantation, nur etwa 3500 Organe aber werden jährlich gespendet. Verlockend ist deshalb der Gedanke, defekte Nieren, Herzen und Lebern durch Organe von Tieren zu ersetzen. Doch auch nach vier Jahrzehnten Forschung ist die Xenotransplantation noch nicht praxisreif.
Ärzte Zeitung, 13.06.2005

Gen erhöht Krebsrisiko bei Alkoholikern
HEIDELBERG (ddp.vwd). Die Entstehung von Krebs bei Alkoholikern wird genetisch beeinflußt. Das geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung unter Federführung des Heidelberger Mediziners Dr. Helmut Seitz hervor.
Ärzte Zeitung, 13.06.2005

Union und FDP stoppen zweites Gentechnikgesetz
BERLIN. Das zweite Gentechnikgesetz der Bundesregierung ist am Widerstand der Opposition im Bundesrat gescheitert.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 13.06.05

Studie: Ungeborene schützen ist für jeden zweiten Europäer sehr wichtig
68 Prozent der Österreicher, 56 Prozent der Deutschen und 50 Prozent der Schweizer meinen, der Lebensschutz sei im nächsten Jahrzehnt „sehr wichtig“.
KATH.NET 13.06.05
 


12. Juni

Stammzellen im Wahlkampf
CDU stemmt sich gegen Erleichterung für Wissenschaftler
von Till-R. Stoldt
Mit Stammzellen läßt sich im Wahlkampf punkten, glaubt Wirtschaftsminister Wolfgang Clement.
WELT AM SONNTAG 12.06.05

Union will nach Wahlsieg Spätabtreibungen verbieten
Fraktionsvize Zöller (CSU): Absolute Mehrheit nötig - CDU-Abgeordneter Hüppe verläßt nach Querelen Vorstand der Aktion Lebensrecht für Alle
KATH.NET 12.06.05
 


11. Juni

Referendum zu Bioethik spaltet Kirche und Wähler in Italien
Benedikt XVI. stößt Wertedebatte weiter an
von Paul Badde
DIE WELT 11.06.05

'Euthanasie ist 'Mord' und schweres Vergehen gegen Menschenwürde'
KATH.NET dokumentiert eine Stellungnahme von Bischof Heinz Josef Algermissen zur "Euthanasie" bei einer Podiumsdiskussion am 10. Juni 2005 in Fulda
KATH.NET 11.06.05
 


10. Juni

Robert Koch-Institut hat 10. Genehmigung für Stammzellenforschung an Prof. Dr. Oliver Brüstle, Institut für Rekonstruktive Neurobiologie, Universitätsklinikum Bonn erteilt
Am 10.06.2005 hat das Robert Koch-Institut die zehnte Genehmigung nach dem Stammzellgesetz für Forschungsarbeiten mit humanen embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) erteilt. Sie ergeht an Prof. Dr. Oliver Brüstle vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie, Universitätsklinikum Bonn, und erweitert seine erste Genehmigung vom 20.12.2002.
PRESSEMITTEILUNG Robert Koch-Institut RKI 10.06.05

Neue Forschungsgenehmigung für Stammzellen-Pionier Brüstle
BERLIN. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat dem Bonner Neurobiologen Oliver Brüstle weitere Forschungsarbeiten mit embryonalen Stammzellen genehmigt.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 10.06.05

FDP will das therapeutische Klonen in Deutschland erlauben
Schwarz-gelbe Differenzen bei Stammzellen
von Claudia Ehrenstein
Berlin - Künftig soll das therapeutische Klonen auch in Deutschland erlaubt sein. So will es zumindest die FDP.
DIE WELT 10.05.06

Kroatien: Schwarze Geschäfte mit Eizellen und Stammzellen
Mit 2.500 Euro lockt eine dubiose deutsche Firma Studentinnen, wenn diese Blut aus der Nabelschnur spenden.
Zagreb - Der blühende Schwarzhandel mit Eizellen und Stammzellen beschäftigt derzeit die kroatischen Behörden.
KATH.NET 10.06.05

Brasilien: Stammzellentherapie für Herzpatienten
Die umstrittene Stammzellentherapie soll in einem groß angelegten Forschungsprojekt in Brasilien an 1200 Herzpatienten getestet werden. Mit dem angeblich größten Vorhaben dieser Art sollen Erfolg und Akzeptanz der Gentechnik-Medizin überprüft werden.
SPIEGEL ONLINE - 10.06.05

Patientenverfügungen: Vorrang der Autonomie
Richter-Kuhlmann, Eva A.
Der Nationale Ethikrat votiert gegen enge Regelungen bei Patientenverfügungen. Die Zukunft des Gremiums ist durch die angekündigten Neuwahlen allerdings ungewiss.
Der Wunsch der Regierungsspitze, die Bundestagswahl von 2006 auf diesen Herbst vorzuziehen, bleibt nicht ohne Einfluss auf die Diskussion um Patientenverfügungen.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 23 vom 10.06.2005, Seite A-1633 / B-1373 / C-1295

Ethikräte: Mitgefangen
Jachertz, Norbert
An der Rationierung von Gesundheitsleistungen führt kein Weg vorbei. Das ist den Leistungsträgern wie den Betroffenen längst klar. Unverändert unklar ist indes, wo und bei wem angesetzt werden kann und ob explizit oder, wie zurzeit weithin üblich, implizit rationiert werden soll.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 23 vom 10.06.2005, Seite A-1625 / B-1365 / C-1289

Lenkungsausschuss „Bioethik“ des Europarates: Bestimmungen zum Schutz der Menschenrechte
Klinkhammer, Gisela
Zurzeit arbeitet das Gremium an einer Empfehlung zur Forschung an entnommenem Gewebe.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 23 vom 10.06.2005, Seite A-1640 / B-1378 / C-1300

Standpunkt: Menschenwürde
Jakob, Alexander Herrmann
Nur zu oft stellt sich in unserer täglichen Arbeit in der Klinik oder bei Besuchen in Pflegeheimen die Frage nach der Ruhigstellung und Fixierung von Patienten, was nicht selten mit dem Deckmäntelchen des Schutzes vor Folgeschäden verbrämt wird. Für Pflegekräfte und Ärzte hat der Bundesgerichtshof nun eine längst überfällige Entscheidung getroffen.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 23 vom 10.06.2005, Seite A-1700 / B-1432 / C-1352

Bulmahn: "Wissenschaft muss den Dialog suchen"
Wissenschaftssommer 2005 im Einsteinjahr eröffnet
Nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn muss die Wissenschaft noch stärker den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen. "Deutschland lebt von den guten Ideen seiner Menschen und braucht eine Atmosphäre der Neugier auf das Neue und der Freude am Denken," sagte sie auf der Eröffnungsveranstaltung zum Wissenschaftssommer 2005 am Freitag in Berlin.
PRESSEMITTEILUNG BMBF 10.06.2005

Multiple Sklerose: Wie ein viel versprechendes Medikament tödliche Virusinfektionen des Gehirns begünstigte
BOSTON. Der Antikörper Natalizumab gilt als viel versprechende Substanz zur Behandlung der multiplen Sklerose und anderer Autoimmunerkrankungen. Im November 2004 wurde das Medikament unter dem Markennamen Tysabri® in den USA zugelassen. Ende Februar 2005 stellte der Hersteller die Vermarktung ein, nachdem es zu mehreren Erkrankungen an einer progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) gekommen war, die rasch tödlich verläuft.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 10.06.05

Neues Arzneirecht kommt in letzter Minute
BERLIN (HL). Die 14. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) soll noch in dieser Legislaturperiode von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Dagegen paßt das Gesetz zur Errichtung der Deutschen Arzneimittelagentur (DAMA) nicht mehr in den Terminkalender der Abgeordneten.
Ärzte Zeitung, 10.06.2005
 


09. Juni

Jeder dritte Forscher manipuliert
Studie in den USA befragte Tausende Wissenschaftler nach ihrem Fehlverhalten - Konkurrenzdruck fördert Betrug
von Barbara Witthuhn
Minneapolis - Mogeleien sind unter Wissenschaftlern nicht selten. Das zeigt eine anonyme Umfrage in den USA, deren Ergebnisse heute "Nature" publiziert.
DIE WELT 09.06.05

Rot-Grün beschließt Ausweitung des genetischen Fingerabdruckes
CDU/CSU geht Gesetzentwurf nicht weit genug
Berlin - Die Bundesregierung hat die geplante Neuregelung von DNA-Analysen in der Strafverfolgung auf den Weg gebracht. Das Bundeskabinett beschloß einen von Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf, mit dem die Einsatzmöglichkeiten dieses Instruments erweitert werden sollen.
DIE WELT 09.06.05

Forschung am Sterbebett
Ärzte nutzen die Körper klinisch toter Patienten für Studien, die den Lebenden helfen sollen
Von Ute Eberle
Axel Rosengart ist einer jener Ärzte, bei denen niemand Patient sein will.
DIE ZEIT 09.06.2005 Nr.24

Gesundheit: Alles auf eine Karte
Röntgenbilder, Laborwerte, Diagnosen, Rezepte – die elektronische Patientenakte soll die gesamte Krankheitsgeschichte eines Menschen speichern. Das Projekt ist umstritten
Von Dirk Asendorpf
DIE ZEIT 09.06.2005 Nr.24

Familie mit begrenzter Haftung
Die Politik muss sich entscheiden: Wer kommt für die Pflege auf?
Kommentar von Elisabeth Niejahr
Eltern haften für ihre Kinder, wenn sie beim Fußball Fensterscheiben kaputtschießen oder Nachbars Beete zertrampeln. Kinder haften aber auch für ihre Eltern – vor allem, wenn diese im Pflegeheim liegen.
DIE ZEIT 09.06.2005 Nr.24

Aids-Kongress: „Die Epidemie wird uns schlagen“
Aids wird zunehmend unterschätzt, die Zahl der Infektionen steigt dramatisch. Politiker und Wissenschaftler fordern ein entschiedenes Handeln im Kampf gegen die Seuche
DIE ZEIT 09.06.2005 Nr.24

Bereitschaft zu Organspenden muß in NRW verbessert werden
Transplantationsmediziner Viebahn fordert Ausführungsgesetz nach bayerischem Vorbild
BOCHUM (iss). Nordrhein-Westfalen braucht ein Ausführungsgesetz zum Transplantationsgesetz, mit dem die Kliniken des Landes zur Kooperation bei der Organspende verpflichtet werden. Das fordert Professor Richard Viebahn, Direktor des Transplantationszentrums am Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer.
Ärzte Zeitung, 09.06.2005

Fruchtbar durch Spende von Eierstockgewebe
BOSTON (dpa). US-Ärzte haben einer unfruchtbaren Frau mit Eierstockgewebe ihrer Zwillingsschwester zu einem Kind verholfen.
Ärzte Zeitung, 09.06.2005

Orgasmusfähigkeit von Frauen genetisch bedingt
LONDON (dpa). Über den Orgasmus einer Frau bestimmen auch ihre Gene. Orgasmusschwierigkeiten sind zu einem Drittel bis knapp zur Hälfte Veranlagung, wie britische Forscher bei einer Studie mit Zwillingen herausgefunden haben.
Ärzte Zeitung, 09.06.2005

Bulmahn: "Gesellschaftlicher Dialog dringend notwendig"
BMBF startet 13,5-Millionen-Euro-Förderprogramm für Geisteswissenschaftler
Der gesellschaftliche Dialog bekommt ein neues Forum. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine neue Förderinitiative für den disziplinübergreifenden Dialog für Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler gestartet.
PRESSEMITTEILUNG BMBF 09.06.05
 


08. Juni

Wieder weniger Abtreibungen
44 Prozent der Frauen verheiratet - Rückgang besonders bei Minderjährigen
von Torsten Thissen
DIE WELT 08.06.05

Neuregelung der forensischen DNA-Analyse auf den Weg gebracht
Das Bundeskabinett hat heute den von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries vorgelegten Gesetzentwurf zur Neuregelung der DNA-Analyse für Strafverfolgungszwecke beschlossen. Die DNA-Analyse im Strafprozess dient in einem laufenden Ermittlungsverfahren dazu festzustellen, ob aufgefundenes Spurenmaterial von dem Verletzten oder dem Beschuldigten stammt (siehe unten B.1.a). Sie kann aber auch zur Identitätsfeststellung in Fällen künftiger Strafverfolgung eingesetzt werden (siehe unten B.2.).
PRESSEMITTEILUNG Bundesministerium der Justiz 08.06.05

Kinder müssen für Eltern nicht das Haus verpfänden
Bundesverfassungsgericht zieht Grenzen beim Elternunterhalt - Sozial- und Familienverbände begrüßen den Richterspruch
Berlin - Erwachsene Eltern müssen für ihre pflegebedürftigen Eltern nicht Haus und Hof verpfänden.
DIE WELT 08.06.05

Hessen bei Organspenden zurückhaltend
WIESBADEN (ine). In Hessen sind die Zahlen der gespendeten und transplantierten Organe sowie die Spendermeldungen im Vergleich zu 2003 und 2004 gleich geblieben, meldet das Landessozialministerium in Wiesbaden.
Ärzte Zeitung, 08.06.2005

Gentechnikgesetz soll abgeschafft werden
Schwarz-Gelb will Künast-Reformen kippen - Änderungen bei Legehennenverordnung geplant
von Carsten Fiedler
Berlin - Union und FPD haben im Falle eines Regierungswechsels massive Änderungen in der Agrar- und Verbraucherpolitik angekündigt.
DIE WELT 08.06.05
 


07. Juni

FDP: Stichtagregelung für Einfuhr von embryonalen Stammzellen abschaffen
Bildung und Forschung/Gesetzentwurf
Berlin: (hib/BES) Die Stichtagregelung für die Einfuhr und Verwendung von embryonalen Stammzellen, die nach dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden, soll abgeschafft werden. Dafür plädiert die FDP in einem Gesetzentwurf (15/5584).
HIB 156/2005 07.06.2005

PDF Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Stammzellgesetzes
Gesetzentwurf der Abgeordneten Ulrike Flach, Cornelia Pieper, Hellmut Königshaus, Daniel Bahr (Münster), Rainer Brüderle, u.a. und der Fraktion der FDP
7 Seiten, Drucksache 15/5584, 01.06.2005

Deutliche Unterschiede bei embryonalen Stammzellen
Rezeptoren für bestimmte Wachstumsfaktoren sind unterschiedlich ausgebildet
3 SAT nano 07.06.05

Gentherapie gegen Arthritis angewendet
Bei Arthritis bilden sich schmerzhafte Entzündungen in den Gelenken. Ein künstlich eingeführtes Gen kann die Gewebezerstörung stoppen.
NETZEITUNG.DE 07.06.05

Unterhalt für pflegebedürftige Mutter: Verfassungsbeschwerde erfolgreich
Die Verfassungsbeschwerde (Vb) der Beschwerdeführerin (Bf), die aus übergegangenem Recht vom Sozialhilfeträger zur Zahlung von Unterhalt für ihre pflegebedürftige Mutter herangezogen worden ist, war erfolgreich.
PRESSEMITTEILUNG Bundesverfassungsgericht Nr. 46/2005 07.06.05
Anm.: Hier finden Sie auch das Urteil im Wortlaut!

"Mit jedem Kind wird eine kleine Welt geboren" Große Lebensschutz-Demonstration in Linz: "Ein Unrecht kann nicht ewig bleiben"
Linz (DT) Wo immer sich eine größere Zahl engagierter Lebensschützer öffentlich zu Wort meldet, dürfen die üblichen Gegendemonstranten nicht fehlen.
DIE TAGESPOST vom 07.06.2005

32 600 Schwangerschaftsabbrüche im ersten Quartal 2005
WIESBADEN – Im ersten Quartal 2005 wurden in Deutschland rund 32 600 Schwan­gerschaftsabbrüche gemeldet und damit etwa 1 200 (– 3,6%) weniger als im ersten Quartal 2004 (33 800). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war die Hälfte der Frauen (51%) zum Zeitpunkt des Eingriffs ledig, verheiratet waren 44%.
PRESSEMITTEILUNG Statistisches Bundesamt 07.06.05

Liberale setzen sich für "weiße Biotechnologie" ein
Bildung und Forschung/Antrag
Berlin: (hib/BES) Eine langfristige Strategie für die Entwicklung der so genannten weißen Biotechnologie verlangt die FDP-Fraktion von der Bundesregierung. Der Begriff weiße Biotechnologie bezieht sich auf biotechnologische Verfahren wie die Herstellung von Enzymen oder Feinchemikalien mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen, die in der Umwelttechnik und Ökologie eingesetzt werden.
HIB 156/2005 07.06.2005

Organspende - Appell an Klinikmitarbeiter
HANNOVER (cben). Niedersachsens Gesundheitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat das medizinische Personal der 137 Krankenhäuser gebeten, die Zahl der über die Kliniken gemeldeten potentiellen Spenderorgane zu erhöhen.
Ärzte Zeitung, 07.06.2005
 


06. Juni

Recht auf den natürlichen Tod
Florian Rötzer
Nach einem britischen Gerichtsurteil haben Patienten das Recht auf künstliche Ernährung, das Gesundheitsministerium legte Einspruch ein und warnt vor den Folgen
TELEPOLIS 06.06.2005

Was Kühe von Menschen unterscheidet
Wenn ein Bauer seine Kühe verhungern lässt, urteilt der Richter zugunsten der Tiere. Beim Menschen ist das offenbar anders, zeigt der Fall Terri Schiavo.
London (www.kath.net / zenit) Die Eltern von Terri Schiavo, Bob und Mary Schindler, kamen Mitte Mai nach Rom, um sich beim Papst und seinen Mitarbeitern für die Unterstützung der Kirche zu bedanken. Ihr Bemühen, ihre Tochter Terry, eine Wachkoma-Patientin, vor dem Tod des Verhungerns und des Verdurstens zu bewahren, war gescheitert.
KATH.NET 06.06.05

Vom sowjetischen Biowaffenlabor zum Potemkinschen Wissenschaftsdorf
Ein Besuch im sibirischen Virenforschungsinstitut Vektor - Hier wurden im Kalten Krieg perfide Biowaffen entwickelt - Experimente mit Pocken-Erregern
von Ralf Krauter
DIE WELT 06.06.05

Palliativstützpunkte sollen wohnortnahe Versorgung sichern
Von Angela Mißlbeck
Daß es bei der medizinischen Versorgung schwerstkranker Patienten in Deutschland Defizite gibt, ist immer wieder Thema in den Medien. Lange haben Palliativmediziner deshalb Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen für die Versorgung dieser Patienten gefordert. Jetzt hat Brandenburg nach Niedersachsen als zweites Bundesland eine solche Analyse vorgelegt.
Ärzte Zeitung, 06.06.2005

Gendefekt beeinflusst Verlauf von Multipler Sklerose
Höheres Risiko bei Veränderung im Gen für das Signalmolekül PD-1
Würzburg - Wissenschaftler der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de haben eine wesentliche Entdeckung auf dem Gebiet der Erforschung der Multiplen Sklerose gemacht.
PRESSETEXT.AUSTRIA 06.06.05

Piccoloflöten im Konzert des Lebens
Winzig kleine Molekülschnipsel haben einen viel größeren Einfluss auf die Gesundheit als man bislang dachte
Sabine Behrends
Wollte man die Gesamtheit der Moleküle, die im Inneren jeder Zelle zusammenwirken, mit einem Orchester vergleichen, so würde man den micro-RNAs wahrscheinlich die Rolle der Piccoloflöten zuschreiben.
BERLINER ZEITUNG 0.06.05

Umstrittene These: Gene sollen Krebstod vorhersagen
Von Jana Schlütter
Es steht in den Genen von Tumorstammzellen, ob ein Patient den Krebs überlebt, behaupten amerikanische Spezialisten. Mit Hilfe einer Gensignatur könne man besonders aggressive Tumoren identifizieren und den Krankheitsverlauf sicher prognostizieren. Andere Forscher sind dagegen skeptisch.
SPIEGEL ONLINE 06.0605

Krebs: Genetische Schlüsselsequenz identifiziert
Aktivität von elf Genen für Ausbreitung entscheidend
San Diego - Wissenschafter des Sidney Kimmel Cancer Center http://www.skcc.org haben eine genetische Schlüsselsequenz identifiziert, die bei rasch fortschreitenden Krebserkrankungen aktiv zu sein scheint.
PRESSETEXT.AUSTRIA 06.06.05

Kardinal Lehmann ruft zu Organspenden auf
Mainz - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat am "Tag der Organspende", jeweils der erste Sonnabend im Juni, für eine größere Bereitschaft zur Weitergabe von Organen geworben.
BERLINER MORGENPOST 06.06.05
Anm.: Kritiker des derzeitigen Transplantationsgesetzes mit einer Entnahme nach dem Hirntodkriterium sehen dies anders, da sie den Hirntod nicht als Tod des Menschen ansehen, sondern als Prozess im Sterben, der durch die Organ"spende" unterbrochen wird.

Nordosten bei Organspenden Vorbild
Krankenhäuser haben bundesweit höchste Melderate / Nordrhein-Westfalen Schlußlicht
BERLIN (ami). In Sachen Organspende ist die Region Nord-Ost für Deutschland vorbildlich. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern können überdurchschnittlich viele Organe von Hirntoten für Spenden gewonnen werden.
Ärzte Zeitung, 06.06.2005
 


05. Juni

Bulmahn: "Neue Impulse für Wachstum und Arbeitsplätze"
BMBF stärkt europäische Zusammenarbeit in der Biotechnologie
Sechs Staaten der Europäischen Union haben sich auf eine europaweite Förderung junger Biotechnologie-Unternehmen geeinigt.
PRESSEMITTEILUNG BMBF 05.06.05
 


04. Juni

FDP grenzt sich in der Innenpolitik von der Union ab
Großer Lauschangriff, Genproben und Anti-Terror-Datei im schwarz-gelben Lager umstritten - CDU will heimliche Vaterschaftstests legalisieren
von Ansgar Graw
Berlin - Alles wie gehabt? So wie sich SPD und Grüne wiederholt über Themen der Innen- und Justizpolitik stritten, zeichnen sich im beginnenden Wahlkampf auch schon massive Konflikte zwischen den potentiellen Koalitionspartnern CDU/CSU und FDP ab.
DIE WELT 04.06.05

Wieder erweist sich der Ethikrat als Handlanger der Bundesregierung
Patientenverfügung: Beratergremium des Kanzlers fordert "pflegekassenfreundliches Frühableben" - Diskussion um Abschaffung des Rates nach der Wahl
Der Nationale Ethikrat hat sich ein weiteres Mal als zuverlässiger Zuarbeiter der Bundesregierung erwiesen:
DIE TAGESPOST 04.06.2005

Ethikrat: Macht endlich Schluss
Es ist oft genug gesagt worden. Und doch muss man es leider jedesmal wiederholen, wenn der Nationale Ethikrat eine neue Stellungnahme vorlegt (siehe auch Seite 9). Erstens: Dieses Beratergremium ist demokratisch nicht legitimiert.
DIE TAGESPOST 04.06.2005
 


03. Juni

Nationaler Ethikrat empfiehlt Stärkung von Patientenverfügungen
Berlin - Der Nationale Ethikrat hat sich für eine deutliche Stärkung von Patientenverfügungen ausgesprochen und eine gesetzliche Regelung gefordert.
DIE WELT 03.06.05

Ethikrat für gesetzliche Verankerung der Patientenverfügung
BERLIN. Patientenverfügungen sollen nach einer Empfehlung des Nationalen Ethikrates künftig für Ärzte und Pflegepersonal rechtlich verbindlich sein.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 03.06.05

Ethikrat will den Patientenwillen stärken
BERLIN (hak). Der Nationale Ethikrat hat gefordert, unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahlen bald in einem Gesetz den Umgang mit Patientenverfügungen zu regeln. "Der Gesetzgeber kann nicht weiter abwarten", so der Vorsitzende des Gremiums Professor Spiros Simitis in Berlin. Man könne zwar verschiedener Auffassung sein, "aber nicht gegen eine Regelung".
Ärzte Zeitung, 03.06.2005

Nationaler Ethikrat legt keine zufriedenstellende Lösung für Patientenverfügungen vor
Für eine Stärkung der Patientenverfügung
2. Juni 2005 - Zur heutigen Stellungnahme des Nationalen Ethikrates zu Patientenverfügungen erklärt der Sprecher der CDU/CSU-Fraktion in der Enquete-Kommission 'Ethik und Recht der modernen Medizin' Thomas Rachel MdB:
Die Stellungsnahme des Nationalen Ethikrates zu Patientenverfügungen empfiehlt, dass eine Patientenverfügung für den behandelnden Arzt und das Pflegepersonal verbindlich ist und dass Reichweite und Verbindlichkeit der Patientenverfügung nicht auf bestimmte Phasen der Erkrankung beschränkt werden sollen.
PRESSEMITTEILUNG Thomas Rachel MdB CDU 03.06.05

Ein Heim, in dem die Dementen lachen, singen und kochen
Das Psychobiographische Modell nach Erwin Böhm weist einen neuen Weg in der Pflege dementer alter Menschen
Ärzte Zeitung, 03.06.2005

Tag der Organspende am 4. Juni 2005
Ulla Schmidt: Organspende kann Menschenleben retten
Zum Tag der Organspende am 4. Juni 2005 hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, sich mit dem Thema Organspende stärker auseinanderzusetzen:
PRESSEMITTEILUNG BMGS 03.06.05

Bei den Organspenden gehört Deutschland zu den Nehmer-Ländern, und das nun schon viele Jahre
Von Nicola Siegmund-Schultze
Selbstversuch. Die Frage nach einem Organspendeausweis löst in fünf Apotheken einer hessischen Großstadt vor allem Erstaunen aus.
Ärzte Zeitung, 03.06.2005

Ulla Schmidt kritisiert zum Tag der Organspende die geringe Zahl der Spender
BERLIN. Beim Thema Organspende gehen Wunsch und Wirklichkeit in Deutschland weit auseinander:
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 03.06.05

Zu wenig Transparenz bei Organspende
Kommentar von Nicola Siegmund-Schultze
Manchmal wird erst bei einem Blick zurück klar, daß eine Zeit glücklich gewesen ist. So mag es den Transplantationsmedizinern gehen.
Ärzte Zeitung, 03.06.2005

Täglich sterben drei Patienten, die auf ein Spenderorgan warten
Kardinal Karl Lehmann ruft zu Spendenbereitschaft auf / Tag der Organspende
MAINZ (nsi). Zwölf Organe werden durchschnittlich pro Tag in Deutschland verpflanzt. Zugleich aber sterben drei Patienten auf den Wartelisten. An dieser traurigen Bilanz hat sich seit Jahren kaum etwas geändert.
Ärzte Zeitung, 03.06.2005

Die Angst vor dem Design-Baby
Am 16. Juni berät der Nationalrat die Aufhebung des Verbots der Präimplantationsdiagnostik - die CVP ist dagegen, SP, SVP und Grüne gespalten
ST. GALLER TAGBLATT 03.06.05

Längerer Patentschutz soll für mehr Kinder-Arzneien in der EU sorgen
LUXEMBURG. Die europäische Pharmabranche soll einen größeren Anreiz für die Entwicklung spezieller Arzneimittel für Kinder bekommen: Geplant ist ein längerer Patentschutz für diese Produkte.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 03.06.05

„Spätinterruptio und Fetozid – das Kieler Modell“: Noch viele Fragen offen
Rezbach, Eva
zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Constantin von Kaisenberg, Prof. Dr. med. Walter Jonat, Prof. Dr. med. Dr. jur. Hans-Jürgen Kaatsch in Heft 3/2005
Wissenschaftliche Formulierungen tragen das Potenzial in sich, Tatsachen zu verschleiern.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 22 vom 03.06.2005, Seite A-1576

„Spätinterruptio und Fetozid – das Kieler Modell“: Pragmatische Lösung
Pelz, Lothar
zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Constantin von Kaisenberg, Prof. Dr. med. Walter Jonat, Prof. Dr. med. Dr. jur. Hans-Jürgen Kaatsch in Heft 3/2005
Das „Kieler Modell“ ist sicherlich eine pragmatische Lösung, um formalrechtlich dem Dilemma der „Spätabtreibung aus medizinischer Indikation“ genügen zu können und weitgehenden Schutz für die aktiv handelnden ärztlichen Kollegen zu bieten.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 22 vom 03.06.2005, Seite A-1576

„Spätinterruptio und Fetozid – das Kieler Modell“: Dank!
Schild, Ralf Lothar
zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Constantin von Kaisenberg, Prof. Dr. med. Walter Jonat, Prof. Dr. med. Dr. jur. Hans-Jürgen Kaatsch in Heft 3/2005
Den Autoren ist für ihren Beitrag zu danken, weil eine Auseinandersetzung zu Fetozid und Spätabbruch im deutschen Gesundheits- und Rechtssystem diskutiert wird.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 22 vom 03.06.2005, Seite A-1577

„Spätinterruptio und Fetozid – das Kieler Modell“: Schlusswort
Kaisenberg, Constantin von; Jonat, Walter
zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Constantin von Kaisenberg, Prof. Dr. med. Walter Jonat, Prof. Dr. med. Dr. jur. Hans-Jürgen Kaatsch in Heft 3/2005
Die Betrachtung der Leserzuschriften lässt mehrere Briefe auf wenige Argumente reduzieren, welche im Weiteren wiedergegeben und kommentiert werden:
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 22 vom 03.06.2005, Seite A-1577

Siehe auch die zwei zugehörigen Artikel:

Spätinterruptio und Fetozid – das Kieler Modell: Juristische und gynäkologische Überlegungen
Kaisenberg, Constantin von; Jonat, Walter; Kaatsch, Hans-Jürgen
Etwa 97 Prozent aller Schwangerschaften führen zu der Geburt eines gesunden Kindes. Bei einigen Schwangerschaften tritt jedoch der Fall ein, dass jenseits des Beginns der extrauterinen Lebensfähigkeit des Kindes eine mit dem späteren Leben wahrscheinlich nicht zu vereinbarende Erkrankung festgestellt wird, oder bei einer Mehrlingsschwangerschaft kann beispielsweise nur einer der Feten von einer schwersten Krankheit betroffen sein und gegebenenfalls das Überleben der anderen bedrohen.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 3 vom 21.01.2005, Seite A-133

Spätabbruch und Fetozid: Ausnahmesituation für Schwangere und Arzt
Friese, Klaus
Seit Hippokrates gehört es zur Pflicht und zum Selbstverständnis ärztlichen Handeln, menschliches Leben zu schützen und zu bewahren. Diese Verpflichtung besteht für Ärztinnen und Ärzte bis heute uneingeschränkt, jedoch kann der zunehmende, insbesondere technisch-diagnostische Erkenntnisgewinn in der Medizin hier zu schweren Konflikten führen.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 3 vom 21.01.2005, Seite A-132 / B-107 / C-103
 


02. Juni

Nationaler Ethikrat legt Stellungnahme zur Patientenverfügung vor
Berlin, Nach mehrmonatigen intensiven Beratungen veröffentlicht der Nationale Ethikrat am heutigen Donnerstag seine Stellungnahme zur Patientenverfügung.
PRESSEMITTEILUNG Nationaler Ethikrat 02.06.05

PDF Patientenverfügung. Ein Instrument der Selbstbestimmung
Stellungnahme des Nationalen Ethikrates, 36 Seiten, veröffentlicht 02.06.05

Patientenverfügung: Nur schriftlich gültig?
Ethikrat nimmt Stellung - Union kritisiert Gremium
ZDF.de 02.06.06

Ethikrat empfiehlt: Nur schriftliche Patientenverfügung soll gelten
Patientenverfügungen sollten nach Ansicht des Nationalen Ethikrates nur dann Gültigkeit haben, wenn diese schriftlich hinterlegt sind.
Tagesschau.de 02.06.06

Papier des "Nationalen Ethikrates" zu Patientenverfügungen ist überflüssig
Anlässlich der heutigen Vorstellung einer Stellungnahme des "Nationalen Etikrates" zu Patientenverfügungen erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertetende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" Hubert Hüppe:
Die heute vorgelegte Stellungnahme des Ethikrats ist ein Tendenz-Votum, das hinter der mittlerweile geführten Debatte weit zurück bleibt, für niemanden repräsentativ und für eine qualifizierte Diskussion wenig hilfreich ist.
PRESSEMITTEILUNG Hubert Hüppe, MdB CDU 02.06.05

Kauch: FDP unterstützt Forderung nach verbindlichen Patientenverfügungen
BERLIN. Zur heutigen Stellungnahme des Nationalen Ethikrates zur Patientenverfügungen und zum ebenfalls heute in das Plenum des Bundestages eingebrachten Antrag der FDP-Bundestagsfraktion zu diesem Thema erklärt der Obmann der FDP-Fraktion in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", Michael KAUCH:
Die FDP unterstützt die Forderung des Nationalen Ethikrates nach einer stärkeren Verbindlichkeit von Patientenverfügungen.
PRESSEMITTEILUNG Michael Kauch, MdB, FDP 02.06.05

Deutsche Hospiz Stiftung: Wir brauchen jetzt endlich ein Gesetz zu Patientenverfügungen!
Berlin. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass der Nationale Ethikrat Patientenverfügungen als Mittel der Selbstbestimmung anerkennt. Doch was bis heute fehlt, ist ein Gesetzentwurf zu diesem Thema, der sowohl die Autonomie als auch die Integrität von Patienten am Lebensende wahrt“, sagt Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung.
PRESSEMITTEILUNG Deutsche Hospiz Stiftung 02.06.05

Zeitarbeiter im kranken Organ
Forscher manipulieren Zellen, um menschliches Ersatzgewebe zu züchten. Damit bekämpfen sie Krankheiten wie Leberversagen oder Diabetes
Von Achim Wüsthof
DIE ZEIT 02.06.2005 Nr.23

Hoffen auf besseren Embryonenschutz
Angela Merkel bekennt sich zur "Unverfügbarkeit menschlichen Lebens" - Im Regierungsalltag könnte ihr das immer wieder Ärger mit den Liberalen einbringen
Auseinandersetzungen um Chancen und Risiken der Gentechnik und Biopolitik werden eine mögliche Regierung Merkel begleiten.
DIE TAGESPOST 02.06.05

Die Kirche: Befürworterin einer "Kultur des Todes"?
Die Italiener stimmen kommende Woche über ein umstrittenes Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin ab - Auch Benedikt XVI. beteiligt sich an der Diskussion darüber
Ende kommender Woche wird in Italien mit einer Volksabstimmung über den Fortbestand eines umstrittenen Gesetzes zur Fortpflanzungsmedizin entschieden.
DT vom 02.06.2005

Ärztekammer Saarland fordert Transplantationsbeauftragte
Der Präsident der Ärztekammer des Saarlandes Sanitätsrat Dr. Franz Gadomski hat im Rahmen der Diskussion um die Änderung des Saarländischen Krankenhausgesetzes die Einsetzung von Transplantationsbeauftragten an den saarländischen Krankenhäusern gefordert.
PRESSEMITTEILUNG Ärztekammer Saarland 02.06.05
 


01. Juni

Bush gerät bei Stammzellenforschung in die Defensive
Für US-Präsident Bush läuft die Debatte um die Stammzellforschung zusehends aus dem Ruder. Zwei Bundesstaaten haben gegen Bushs Willen Gesetze zur Unterstützung der Forschung beschlossen. Zugleich haben Wissenschaftler ein Haupthindernis für Stammzell-Therapien am Menschen ausgeräumt.
SPIEGEL ONLINE 01.06.05

Nach wie vor Probleme bei der Gentherapie
Längerfristig Hoffnung auf verbesserte Vektoren
In einer Pariser Gentherapie-Studie ist ein drittes Kind an Leukämie erkrankt. Der Fall hat die Diskussion um die Risiken der Gentherapie erneut angekurbelt. Zwar arbeiten Forscher an verbesserten Therapieansätzen, doch diese sind noch nicht einsatzbereit.
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG 01.06.05

USA drängen in die Stammzellenforschung
Ethische Kontroverse und finanzielle Aspekte verschärfen die Diskussion
New York - Drei US-amerikanische Forschungsinstitutionen springen auf den Stammzellenforschungs-Zug auf und haben sich zur Tri-Institutional Stem Cell Initiative zusammengeschlossen.
PRESSETEXT.AUSTRIA 01.06.2005

„Einen Grashalm im Heuhaufen finden“
Leipziger Forscher entwickeln revolutionäres Nachweisverfahren für Stammzellen
Leipzig. Leipziger Stammzellforscher haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem auch kleinste Mengen fremder Zellen in einem Organismus aufgespürt werden können. So ist es möglich, mit bislang unbekannter Genauigkeit die Wirkungsweise von Stammzellen nachzuverfolgen. Die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Universität Leipzig, des IPK Gatersleben und der Stammzellbank Vita34 wurden jetzt im Fachjournal „Stem Cells“ veröffentlicht (Stem Cells 2005;23(6):828-833).
PRESSEMITTEILUNG VITA 34, 01.06.05

USA: Schadenersatzklagen führen zur Defensivmedizin
BOSTON/NEW YORK. Aus Angst vor Schadenersatzklagen ergreifen neun von zehn US-Ärzten Maßnahmen zur Defensivmedizin, häufig zulasten der Patienten, die unnötigen Tests unterzogen werden oder im schlimmsten Fall keinen Arzt finden.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 01.06.05

Neues Gen als Auslöser für Autoimmunkrankheiten entdeckt
Eine Buchstabenabweichung im DNA-Code führt zur Erkrankung
Canberra (pte/01.06.2005/12:05) - Wissenschaftler der Australian National University (ANU) http://www.anu.edu.au in Canberra haben ein neues Gen entdeckt, das in Verdacht steht, Autoimmunkrankheiten wie Typ I Diabetes oder Lupus (entzündliches Rheuma) zu verursachen.
PRESSETEXT.AUSTRIA 01.06.05

CDU im Nordosten will weniger Pflege-Bürokratie
SPD-Ministerin skeptisch
SCHWERIN (di). Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Dokumentationspflichten in Pflegeeinrichtungen entfacht. Gesundheitsministerin Dr. Marianne Linke warnt vor pauschalen Vereinfachungen.
Ärzte Zeitung, 01.06.2005

Palliativmedizin - erstes Gutachten für Brandenburg
Ministerium prüft Vorschläge zur besseren Versorgung
POTSDAM (ddp-lbg). Erstmals liegt in Brandenburg eine umfassende Bestandsaufnahme zur Palliativversorgung vor.
Ärzte Zeitung, 01.06.2005

Weiter zum Pressespiegel 16.-30. Juni 2005

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