Presse
Pressemitteilung ProteoSys 9. September 2003
ProteoSys erhält als erstes deutsches Biotechnologieunternehmen humane embryonale Stammzellen.
Mit seinem Bescheid vom 09.09.2003 hat das Robert Koch-Institut in Übereinstimmung mit der zentralen Ethikkommission für Stammzellenforschung, der ProteoSys AG, Mainz die Erlaubnis erteilt, humane embryonale Stammzellen zu importieren und zu Forschungszwecken zu nutzen.
Die ProteoSys AG, Mainz ist damit das erste deutsche Biotechnologieunternehmen, das diese Erlaubnis erhält. Das Unternehmen wird im Rahmen seiner Grundlagenforschung die toxikologischen Wirkungen verschiedener Substanzen bzw. Substanzklassen auf das Proteom neuronaler Zellen, die aus humanen embryonalen Stammzellen differenziert wurden, untersuchen.
Mit den erworbenen Grundlagen soll später ein Testsystem entwickelt werden, das mögliche embryotoxische Wirkungen von Medikamenten zuverlässiger als bisherige Systeme und Tiermodelle erkennen lässt. Dadurch wird mehr zur Klärung der Neurotoxizität von Arzneimitteln und Chemikalien bei Schwangeren und ungeborenem Leben beigetragen.
Dr. Martina Klemm, Leiterin der Zellbiologie der ProteoSys AG:
„Wir haben unsere Toxikologieforschung seit Jahren an embryonalen Stammzellen von Mäusen durchgeführt und hier große Erfahrungen sammeln können. Diese können wir jetzt bei den humanen embryonalen Stammzellen nutzen, um relevante Grundlagen für ein brauchbares Testsystem zur Embryo- und Neurotoxizität beim Menschen zu entwickeln, denn im Tierversuch sind nicht alle toxischen Effekte, die beim Menschen auftreten können, erkennbar.“
Dr. André Schrattenholz, Chief Science Officer der ProteoSys AG:
„Mehr Erfahrungen auf dem Gebiet der Stammzellforschung zu sammeln, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Forschungsprogramms. Ebenso wichtig ist allerdings die Untersuchung der molekularen Konsequenzen der toxischen Substanzen im Proteom der Stammzellen und den aus ihnen differenzierten Zellen. Unsere ultrasensitive, differentielle Proteomanalyse erlaubt uns hier auch kleinste Veränderungen zu erfassen und auszuwerten. Nur mit beiden Technologien macht dieses Forschungsprogramm Sinn.“
Helmut Matthies, Chief Executive Officer der ProteoSys AG:
„Entscheidend ist darüber hinaus die Einbettung unserer Aktivitäten in den regulatorischen Bereich. Die ProteoSys AG wird hier eng mit Prof. Dr. Spielmann und der Zentrale zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der ECVAM (European Center for the Validation of Alternative Methods), unter der Leitung von Dr. Thomas Hartung, zusammenarbeiten.“
Die ProteoSys AG, Mainz, ist ein Biotechnologieunternehmen, das systembiologische Forschung mit den Methoden der Proteomanalyse durchführt.
Hierzu hat die ProteoSys AG drei proprietäre Kerntechnologieplattformen entwickelt. Im Mittelpunkt steht die ProteoTope-Technologie, mit der ein ultrasensitives, differentielles Detektieren, Quantifizieren und Identifizieren von Biomarkern möglich ist. Diese Biomarker sind potentielle Zielmoleküle für Therapien oder diagnostische Zwecke und eröffnen Einblicke in Wirkstoffeffekte auf molekularer Ebene, z. B. im Rahmen von toxikologischen Fragestellungen.
Die ProteoSys AG arbeitet sowohl an eigenen Entwicklungen, als auch als Kooperationspartner der Industrie.
Die ProteoSys wurde im Jahre 2000 gegründet und beschäftigt heute 33 Mitarbeiter.
Vorstand: Helmut Matthies, PD Dr. André Schrattenholz.
Weitere Informationen:
www.proteosys.com
und
ProteoSys AG, Carl-Zeiss-Str. 51, 55129 Mainz, Deutschland, Telefon 06131-50192-0
|